Keywords: academic research, study, experiment, prototype design, A/B testing, accessibility
Die positive Reaktion des Zielpublikums auf das Projekt vom Modul “Methoden benutzerzentrierter Gestaltung” hat mich motiviert, in diese Richtung weiter zu arbeiten. Konkreter habe ich mich dafür entschieden, den vibrotaktilen Aspekt von dem Produkt aus dem Modul zu verbessern. Statt einen bereits existierenden Armband wurde ein Armband am Oberarm entwickelt, basierend auf dem gelben Armband mit den drei Punkten, der von blinden Menschen schon benutzt wird:

Um genauer zu sein, zwei Armbänder mit jeweils drei Vibromotoren wurden mittels A/B-Tests verglichen mit nur einem Amband mit vier Vibromotoren. Die Entwicklung der Armbänder wurde auf bereits existierende Prototypen aus akademischen Studien basiert. Schematisch wurde jeder Armband so abgebildet:


Da die Prototypenentwicklung der Fokus dieser Bachelorarbeit war, wurde die Navigationsfunktionalität nicht weiterentwickelt, sondern auch manuell auf einer Wizard-of-Oz Weise realisiert. Die Vibromotoren wurden durch Arduino und eine dazugehörige Handy-App während des Versuchs kontrolliert. Durch Löten und Nähen wurden alle Elemente miteinander auf einem Gummiband verbunden:

Um die A/B-Tests durchführen zu können, mussten Versuchspersonen aus dem Zielpublikum gefunden werden. Dafür hat das Berufsförderungswerk Würzburg einen Raum auf dem Campus, freiwillige Teilnehmer und Zugang zu mehreren Campusgebäuden bereitgestellt. Zwei vergleichbare Routen wurden geplant, die abwechselnd bei jedem Teilnehmer in Kombination mit einem der Gerätsprototypen für den Experiment verwendet wurden:

Der Versuch wurde nach einer kurzen Anleitung zum Projekt und zu den Vibrationssignalen durchgeführt. Jeder Teilnehmer hat jede Variante des Prototypen getestet. Nach jedem Durchgang haben die Teilnehmer Fragen beantwortet und den QUESI-Fragebogen verbal ausgefüllt. Während jeden Durchgang wurde die Zeit gemessen, die für die Route benötigt wurde. Auch die Anzahl an Fehlern, interpretiert als falsch verstandene Vibrationssignale, wurde gezählt. Zeitlich gab es kaum Unterschied zwischen den Varianten des Prototypen, aber die zwei-Armband-Variante hat zu weniger Fehlern geführt:

Da alle Teilnehmer auch nach ihrer Präferenz gefragt wurden, konnten auch ihre Antworten statistisch geprüft werden. Eine statistisch signifikante Präferenz für das zwei-Armband-System wurde gefunden. Die gesamte Bachelorarbeit bestand aus dem literarischen Hintergrund, der Entwicklung und der Programmierung der Prototypen, die Experimente und statistische Analyse der Ergebnisse. Die Bachelorarbeit wurde 2019 bearbeitet und mit 1,0 benotet.
Das Projekt wurde weiter von nachfolgenden Studenten bearbeitet, woraus 2022 ein Artikel im Rahmen der ASSETS-Konferenz in Athen veröffentlicht wurde.